Das Ziel lautet: Wissenschaft für alle!

Die Welt ist ganz schön komplex. Nicht unbedingt komplexer als früher – vermutlich wurde die Feststellung, dass die Welt sehr komplex geworden sei, zu jeder Zeit immer mal wieder durch die eine oder den anderen geäußert.

Insofern ist es keine besonders kühne Behauptung, wenn ich sage: „Die Welt ist komplex“.

Einer gewissen Kühnheit bedarf es allerdings immer dann, wenn man versucht, die Welt zu erklären[1].

Was heißt es, (sich oder einem Kind) die Welt zu erklären? Das ist eine gute Frage, hier ist ein Vorschlag:

Etwas zu erklären heißt, dass man etwas sehr komplexes so lange vereinfacht, bis man es verstanden hat.

Das Schöne an dieser Antwort ist, dass sich darüber wunderbar der Unterschied zwischen Wissenschaft und nicht-Wissenschaft zeigen lässt:

Das nicht-wissenschaftliche Denken hört in dem Moment auf, in dem das Verstehen eingesetzt hat. Wenn jemand nicht-wissenschaftlich denkt, dann verharrt er in dem wohligen Gefühl des „ist doch gar nicht so kompliziert“, des „ich habe es durchschaut“, des „nun weiß ich, wie es läuft“.

Das wissenschaftliche Denken geht hier in die zweite Phase: Wer glaubt, etwas verstanden zu haben bzw. zu einer Erkenntnis gelangt zu sein, der wird nun zwei Dinge prüfen:

  • (1) Warum habe ich das Verstanden? Wie bin ich zu der Erkenntnis gekommen? Ist meine Erklärung logisch? Ist sie widerspruchsfrei? Verstehen sie auch andere? Würden da auch andere Leute drauf kommen?

Je nachdem, wie die Antworten auf die erste Frage ausfallen, fällt Schritt (2) mehr oder weniger intensiv aus:

  • (2) Kann ich meine Erklärung irgendwie an der Realität überprüfen? Wenn ja, wie? Hält meine Erklärung einem Realitätscheck stand?

In diesem Blog wollen wir uns damit beschäftigen, wie diese zwei Schritte aussehen. Was bedeuten sie? Welche Konzepte stehen dahinter? Kann das jeder?

Im Prinzip geht es darum: Wissenschaft muss nicht im Elfenbeinturm stattfinden. Wissenschaftliches Denken kann überall zu jeder Zeit geschehen. Und zwar immer genau dann, wenn das Denken bestimmten Regeln folgt und gewisse Standards eingehalten werden[2]. Diese Standards sind nicht geheim und auch nicht besonders kompliziert. Allerdings hat die Elfenbeinturm-Wissenschaft es geschafft, ziemlich einfache und für die meisten Menschen auch ziemlich leicht zu verstehende Dinge so dermaßen zu verkomplizieren, dass es Zeit ist für eine radikale Vereinfachung. Das Ziel lautet:

Wissenschaftliches Denken für alle!

_________________________

[1] „Kühnheit“ darf hier ganz im Popper’schen Sinn verstanden werden: Man muss den Mut aufbringen, zu scheitern.

[2] Diese Standards und Regeln beziehen sich auf  (1) und  (2): Sie beantworten z. B. die Frage, was ich beachten muss, wenn ich von Beobachtungen auf Tatsachen schließe.

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